Sommer 2014 : Verbandsliga Herren-30 : Klassenerhalt ist geschafft

TC Neustadt  - TSC Halstenbek 0:6               05.07.2014

Auch wenn das letzte Punktspiel gegen den TSC Halstenbek mit 0:6 verloren ging, schaffte das Team, nach dem letztjährigen Aufstieg, mit einem 5. Platz in der Abschlusstabelle den Verbleib in der Verbandsliga auch in der kommenden Saison 2015.

Verbandsliga Abschluss-Tabelle Sommer 2014 Herren 30

Rang Vereinsname Sp Punkte Matchp. Sätze Spiele
1 Tennis-Gesellschaft Ravensberg 7 12 :
2
34 :
8
68 :
25
463 :
315
2 Tennis- u. Squash-Club Halstenbek 7 12 :
2
33 :
9
70 :
22
466 :
253
3 Tennis-Club Geesthacht 7 8 :
6
25 :
17
53 :
37
391 :
313
4 Ellerauer Tennis-Club 7 8 :
6
22 :
20
48 :
48
380 :
352
5 Tennisclub Grün-Weiß Neustadt 7 7 :
7
19 :
23
41 :
49
322 :
385
6 Tennis-Club Großensee 7 5 :
9
14 :
28
36 :
59
330 :
422
7 Turn- u. Sportverein Aumühle-Wohltorf 7 4 :
10
13 :
29
29 :
60
286 :
433
8 Kaltenkirchener Turnerschaft v. 1894 7 0 :
14
8 :
34
24 :
69
295 :
460

TC Geesthacht - TC Neustadt  6:0                          21.06.2014

Im 5. Punktspiel der Saison gab es leider ohne die Stammspieler zwei und drei ein 0:6 beim TC Geesthacht.

 

Tabelle und Spielprotokolle

Der Punktspieltag begann zunächst ähnlich verheißungsvoll wie in der Vorwoche; die gleiche Anfahrt am Sachsenwald entlang bis zum Abzweig nach Aumühle, an dem wir uns diesmal links halten mussten. Die Stimmung des A-Team war kämpferisch und gut, nur leicht getrübt vom Fehlen unserer beiden zweifachen Väter Kolja und Alex und dem Gewitterguss, der noch auf der BAB 1 auf den schwarzen Boliden herabprasselte. Dann aber erwartete uns eine gärtnerisch wunderschön angelegte 10-Platz-Anlage, die bereits von den Spielern zweier Seniorenpunktspiele belebt wurde. Die Sonne schien und die zahlreichen Vögel zwitscherten – was uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst war – unseren Abgesang!

 

Westen ./. Ebel 2:6/0:6

Entgegen der üblichen Reihenfolge begannen wir mit den Paarungen 1 + 4, sodass Face Jens auf Platz 5 in der ersten Runde zum Match antreten musste. B. A. filmte sein Einspiel und spürte sogleich, dass sein Mannschaftskamerad prächtig in Form war. Harmonische, kraftvolle Schläge mit guter Länge. Auf der anderen Seite zwar ein Linkshänder mit ähnlicher Spielweise, jedoch mit permanentem Drang zum Netz, insbesondere bei eigenem Aufschlag. Dieses risikoreiche Spiel seines Gegners kam Jens mit seinen starken Topspinreturns und -passierschlägen sehr entgegen. Schnell führte er 2:1 und kontrollierte zusehends das Match, als … B. A. sich an seinem Müsliriegel verschluckte …, weil er Jens nach einem weiten Ausfallschritt stöhnend zur Spielerbank humpeln sah … Erste Diagnose Distension der hinteren Oberschenkelmuskulatur – Spielabbruch! 0:1 gegen Neustadt und ein Coolpack auf Jens Oberschenkel.

 

Janner ./. Helms 1:6/1:6

Mithin ruhten alle Hoffnungen der Neustädter auf das Spitzeneinzel auf Platz 12. Also wieder das Einspielen gefilmt, aufmunternder Klapps auf den Hintern – Männer dürfen das – und los ging`s! Zwei Tennistrainer ohne unforced errrors und mit komplettem Schlagrepertoire weit über dem üblichen Verbandsliganiveau. Trotzdem blieb es B. A. natürlich nicht verborgen, dass Hannibal in diesem Match doch merklich verhaltener zur Sache ging, nicht mit dem letzten Körpereinsatz spielte – Knieprobleme! Dies führte dann im Ergebnis auch dazu, dass der 1. Satz mit 1:6 recht glatt verloren ging, weil der Gegner stets die „Big Points“ für sich verbuchen konnte. Anfang des zweiten Satzes ging jedoch regelrecht ein Ruck durch Hannibals Spiel – man spürte, wie das Spiel buchstäblich zugunsten des Neustädters kippte – aber leider auch durch Hannibals Knie. Meniskus hin, Spiel hin, Punkt hin; 2:0 für Geesthacht!

 

Lemke ./. Itzerott 1:6/2:6

B. A. war sich durchaus bewusst, dass seine kognitiven Fähigkeiten unter den dramatischen Umständen gelitten haben mussten, trotzdem war ihm, während er auf Platz 12 seinen Schläger schwang, als ob er einer Aufführung von Peter Handkes „Kaspar“ auf dem Nebenplatz beiwohnte. In noch nie erlebter Intensität wurde er Zeuge davon, "wie jemand durch Sprechen zum Sprechen gebracht werden kann" (Peter Handke, Kaspar. in: Stücke 1, suhrkamp taschenbuch 45, Ffm. 1972, S. 105). Da sein Gegner pausenlos vor, nach, zwischen und zuweilen auch während der Ballwechsel auf ihn einredete, blieben Face Stefan nur zwei Optionen: „Leon der Profi“ oder eben (mit)sprechen. Da der Geesthachter erkennbar ohne Arg handelte, wählte Stefan großherzig die zweite Alternative. Dies ging natürlich auf Kosten der Konzentration, und da der Geesthachter obendrein auch noch mit einem begnadeten Aufschlag und einem sehr starken 1. Volley gesegnet war, konnte sich Stefan mit seinen soliden Schlägen in den entscheidenden Momenten nicht durchsetzen und verlor letztlich deutlich mit 1:6 und 2:6! Das erste Sprechfolterungsopfer (Kaspar a. a. O. S. 105) der Tennisgeschichte und 3:0 für Geesthacht.

 

Landmann ./. Deutrich 4:6/1:6

Während seine Mannschaftskameraden bereits außerhalb des Tennisplatzes ihre körperlichen und psychischen Wunden leckten, kämpfte B. A. um der ersten Einzelpunkt. Sein Gegner war gerade vor einer Woche zum zweiten Mal Vater geworden – natürlich wieder ein Mädchen – und demonstrierte eindrucksvoll seine (Mannes-)Kraft sowohl der Lenden, indem er die frischgebackene Mutter in all ihrer Schönheit mit dem Neugeborenen und dessen entzückenden Schwester exklusiv zu seiner Bewunderung als Zuschauer auffahren ließ, als auch seiner Arme, indem er konstant mit gnadenloser Härte und Präzision aufschlug. Männer zeugen Töchter, Jungs Jungen sagt der Volksmund. B. A. ist Vater von drei Jungen und schlägt – na ja – sanft und sicher auf. Und so gewann der Geesthachter seine Aufschlagsspiele Dank seiner Aufschlagstärke regelmäßig schnell und sicher, während B. A. sich bei seinen durch endlos lange Grundlinienduelle quälen musste. Doch da er seit dem letzten Punktspiel wieder mehr Vertrauen in seine Schläge gefasst hatte, gelang es bis zum 4:4 recht ordentlich. Dann aber waren die Batterien leer und Deut(ich)rich(tig) erschlug B. A. beim 5:4 mit drei Assen und zwei Aufschlagwinnern zum 6:4 Endstand im ersten Satz. Notgedrungen stellte B. A. im zweiten Satz sein Spiel um, erhöhte die Härte und damit leider auch die Fehlerquote seiner Schläge, stürmte wiederholt ans Netz, um mit präzisen Passierschlägen ausgekontert zu werden. Mit dem Fazit, zwar besser aber nicht gut genug gespielt zu haben, reichte B. A. schwer atmend seinem Gegner am Netz die Hand; 4:0 für Geesthacht!

 

Die Doppel der zwei verkrüppelten und der zwei seelisch gebrochenen Neustädter machten das Desaster zum 0:6 komplett! Face Stefan brachte das Ganze dann auf den Punkt: „Man kann einen Grand ohne vier nur gewinnen, wenn man die Asse auf der Hand hat!“ Die hatten wir aber an diesem Tage zuhause und auf dem Krankenbett gelassen! Was blieb, war ein äußerst schmackhaftes Essen mit sehr netten Gastgebern, Penne und Fleischmedaillons in pikanter Soße, viel Alkohol und noch mehr Gesprächsvielfalt vom „Einsager“ und der Vision, beim nächsten Punktspiel wieder erfolgreicher zu sein! Hannibal hat dazu bestimmt wieder einen Plan! Autor : Matthias Landmann

TuS Aumühle-Wohltorf - TC Neustadt  0:6            14.06.2014

Im 4. Punktspiel der Saison gelang dem Team ein glattes 6:0 gegen den TUS Aumühle-Wohltorf.

 

Tabelle und Spielprotokolle

Punktspiel 14.06.2014 TC GW Neustadt ./. TSV Aumühle-Wohltorf 6:0 Dieses Mal sollte es endlich mit dem ersten Saisonsieg klappen. Dazu musste sich das A-Team dorthin begeben, wo die Schönen und Reichen wohnen, die es – noch - nicht bis zur Hamburger Elbchaussee geschafft haben. Durch den nördlichen Ausläufer des Sachsenwaldes und am „Bismarck-Forsthaus“ und dem „Bismarck-Museum“ vorbei ging es an weitläufigen Villengrundstücken entlang zu einem großzügig angelegten Vereinshaus. Nur der neu angelegte Umkleidetrakt im Stile eines Bundesbahn-WC-Hauses trübte den optischen Eindruck etwas. Bei unserem Eintreffen spielten schon die Alpha-Tiere der Herren 40 – Landesliga gegen Ratzeburg. Wir wurden auf die Courts daneben in die unmittelbare Nachbarschaft eines exaltierten Damen 50 – Punktspiels platziert.

 

Landmann ./. Hofmeister 6:4/6:1

Schon beim Einspielen erkannte B.A., dass diesmal – abgesehen von dem böigen Wind – nur er selbst einen Sieg verhindern konnte. Und er gab sich wirklich alle Mühe, so sehr, dass bei 1:4 Hannibal neben dem fassungslos zuschauenden Face Kolja an den Fangzaun trat und leise schrie: „Beweg Dich, beweg Dich, beweg Dich …“. Und das tat der brave B.A. dann auch, verlor nur noch ein Spiel und gewann das Duell „Not-gegen-Elend“ schließlich 6:4/6:1. Einzelheiten des Spiels bleiben dem geneigten Leser erspart.

 

Kästner ./. Franke 6:2/6:1

Face Alex machte auf dem Nebenplatz derweil alles richtig und mit seinem Gegner kurzen Prozess. Mit seiner bis dato überzeugendsten Leistung fand er schnell zu der richtigen Mischung zwischen kraftvollem Serve-and-Volley-Spiel und wohl dosierten Grundlinienschlägen. Sein Gegner hatte diesem nichts entgegenzusetzen. Und so war der klare Sieg von 6:2/6:1 genauso schnell wie ungefährdet eingefahren; 2:0 für Neustadt!

 

Janner ./. Werner 6:4/6:3

Hannibal hatte wahrlich nicht seinen besten Tag und musste zudem mit dem Umstand zurecht kommen, dass seine Slicebälle und insbesondere die Stoppbälle durch die stürmischen Böen regelrecht verweht wurden. Aber bei seiner Klasse bedeutet dies natürlich lediglich, dass B. A. nur bei 4:4 kurz nervös wurde, bevor Hannibal ein bisschen mehr Gas gab und den 1. Satz mit 6:4 für sich entschied. Der 2. Satz lief dann entsprechend klarer, auch wenn Werner immer wieder mit beeindruckend harten Longlineschlägen zu überzeugen wusste. Doch mehr als 3 Spiele waren für ihn nicht drin; 6:3 und 3:0 für Neustadt.

 

Hause ./. Conrad 6:2/6:1

Face Kolja begann sich schon bei seinem Einzel mit seinem künftigen Doppelpartner zu synchronisieren. Seine harten Grundschläge wurden kaum von den Windverhältnissen beeinträchtigt, kamen gewohnt kraftvoll und sicher, so dass es schließlich zu dem spiegelbildlichen Ergebnis von 6:2/6:1 kam. Seinem Gegner blieb nur der Frust, der sich wiederholt in wütenden Schlägerwürfen entlud. 4:0, der erste Saisonsieg war eingefahren. Janner,

 

Landmann ./. Conrad, Hofmeister 6:0/6:2

Entsprechend entspannt ging es in die Doppel! Während auf dem Nebenplatz die Spitzenspielerin der Heimmannschaft ihr schwarzes Twinset, das bei jeder Saturday-Night-Party am Körper einer 20jährigen eine gute Figur gemacht hätte, präsentierte, spielten Hannibal und B.A. ganz entspannt ihren Stiefel herunter. B. A. konnte ganz gelöst plötzlich wieder druckvoll returnieren und aufschlagen, Hannibal kann gar nicht schlecht Doppel spielen; Schnell und locker fiel das 6:0. Im 2. Satz dann die übliche Konzentrationsschwäche der Neustädter, die aber nur zwei Spiele kostete. 5:0 für Neustadt! Zeit genug für die beiden Recken des A-Teams, ihren Mannschaftskameraden beim letzten Spiel des Tages beizustehen. Kästner,

 

Hause ./. Werner, Franke 6:4/6:3

Beistand hatten diese direkt zwar nicht nötig, aber es war doch wieder offenkundig, dass noch Luft nach oben gegeben ist. Die taktische und emotionale Abstimmung der beiden Neustädter war diesmal schon besser, bot aber noch genug Reibungsverluste, um den ersten Satz spannend und relativ eng zu gestalten. Aber im entscheidenden Moment kamen doch stets die Aufschlaggranaten von Face Alex und dies gab Face Kolja die nötige Sicherheit für die wichtigen Volleys im Spiel. Nach dem 6:4 im ersten Satz lief der 2. Satz deshalb entsprechend glatter und fiel mit 6:3 deutlicher aus; 6:0 für Neustadt! Tschaka!!!

 

Umso besser schmeckte das tolle Essen, dass von einem äußerst motivierten indisch/pakistanischen? Küchenchef dargeboten wurde. Zunächst auf einer großen Platte üppig aufgeschnittene Salatzutaten mit alternativ servierten American und French Dressing. Danach reichlich Penne mit Putengeschnetzeltem, das richtige Sportleressen auf der Sonnenterrasse bei äußerst guter Stimmung mit sehr netten Gastgebern, nicht nur wegen der Punkte. Entsprechend spät begab sich das A-Team auf den Rückweg, bereit, auch die nächsten Spiele zu gewinnen! Autor : Matthias Landmann

Kolja Hause 6:3 6:1
Kolja Hause 6:3 6:1

TC Neustadt - TG Ravensberg 3:3                         31.05.2014

Im dritten Punktspiel das dritte Unentschieden. Ein sehr gutes Ergebnis gegen den bisher ungeschlagenen TG Ravensberg.

 

Tabelle und Spielprotokolle

Die Spieler der TG Ravensberg traten mit dem selbstsicheren Habitus des Tabellenführers auf, kein Widerwort und schon gar keinen Widerstand erwartend, erst Recht nicht duldend … . Aber wenn man dann von einem Gegner mit gebrochenem Zeh an die Wand gespielt wird … dann …

 

Landmann ./. Nissen 2:6/3:6

Aber zunächst traf das kleine Dickerchen auf einen großen strahlenden Mann mit fürchterlich sicherem Auftreten und Grundschlägen … und das persönliche Waterloo für B. A. nahm seinen schmerzlichen Lauf. Auch das konnte der Ravensberger besser … das Laufen … Und so stupste B. A. die Bälle über das Netz, um sie dann um die Ohren gehauen zu kommen. 2:6 war die Quittung dafür. Also den 2. Satz mit mehr Schmackes. Viele Spiele gingen nun über Einstand und auch Vorteil B. A., die entscheidenden sechs Spielbälle aber an den Gegner; 3:6 und 1:0 für Ravensberg. Es wird Zeit für eine mittelschwere (Tennis-)Depression!

 

Kästner ./. Köpke 1:6/7:6/5:10

Face Alex hatte dafür keine Zeit. Er war nämlich Zeit und Raum enthoben und verschlief den 1. Satz komplett. 1:6! Wütend über sich selbst packte Alex dann die Axt aus … Sein Gegner war ein unangenehm aufspielender Linkshänder, Vorhand starker Topspin alter Schule, Rückhand sehr sicher, vornehmlich Slice. Alex Wucht war er im 2. Satz aber nicht gewachsen, auch wenn die Entscheidung erst im Tiebreak fiel; 7:6! Doch diese beiden Sätze hatten Alex viel Kraft und Konzentration gekostet, genau das Quäntchen, das ihm im Match-Tiebreak fehlte. Der Ravensberger hatte den besseren Start und legte eine schnelle Führung hin, die Face Alex nicht mehr aufholen konnte. Ein Opfer seines High-Risk-Tennis; 5:10 und 0:2 gegen das A-Team. Grund genug für Trauer, Tränen und Melancholie?

 

Hause ./. Petermann 6:3/6:1

Mitnichten! Auch wenn es die Ravensberger noch nicht realisiert haben mochten. Die Götterdämmerung für sie hatte schon begonnen … . Apropos gebrochener Zeh. Den hatte Face Kolja nämlich, was ihn aber nicht daran hinderte, aus Petermann ein „Petermännchen“* zu machen. Sein Gegner zelebrierte das Aufwärmen mit Seilspringen, exzessiver Gymnastik und exaltierter Gestik. Schön anzusehen, aber nützte ihm nichts: His Highness was not amused. Und so wurde bei einer durchaus nicht unüblichen Unstimmigkeit über den Spielstand ein Exempel statuiert und der Oberschiedsrichter herbeizitiert. Aber Face Kolja ließ sich nicht beirren und spielte routiniert sein Powertennis herunter. Nach dem 6:3 im ersten Satz war der Widerstand des Ravensbergers gebrochen. Nur noch ein Spielgewinn gelang, und auch wenn er sich noch so mühte, stets mit harten langen Grundschlägen zu gefallen wusste: 6:1, nur noch 2:1 für Ravensberg.

 

Janner ./. Huth 6:4/6:3

Vor der Härte und Präzision der Schläge des Ravensbergers musste man weiß Gott „den Hut(h) ziehen“! Aber was nützen diese direkten und spektakulären Punkte, wenn sie – nur - zwei- bis dreimal pro Spiel und nicht in den entscheidenden Momenten fallen. Man benötigt zum Spielgewinn aber vier Punkte und es gewinnt auch nicht der Spieler mit den meisten Punktgewinnen, sondern derjenige, der den letzten – entscheidenden – Ballwechsel für sich entscheidet. Und das war wieder einmal Hannibal Markus, der sich mehr und mehr zur führenden Spielerpersönlichkeit der Liga entwickelt. Ruhiges und konzentriertes Spiel, die typische Mischung aus Stopps, Lobs und langen Bällen mit geringer(er) Fehlerquote. Aus diesem Holz sind Sieger geschnitzt! Ein Break pro Satz mehr: 6:4/6:3; 2:2! Die Doppel mussten entscheiden!

 

Janner, Landmann ./. Köpke, Nissen 6:3/6:4

Die Taktik der beiden Neustädter ist so schlicht wie effektiv: B.A. spielt die Bälle sicher und solide zurück, Hannibal tanzt am Netz hin und her und sorgt für die „big points“. Und da auch die Aufschläge mit guter Konstanz im gegnerischen Aufschlagfeld einschlugen, wurde der 1. Satz souverän gewonnen: 6:3! Am Anfang des 2. Satzes wurde B. A. aber zu ruhig, Hannibal ein wenig zu verspielt, und so stand es plötzlich 1:4! Ein harmonisches Spiel ansonsten, nur zwei Diskussionen um zwei Bälle, die die Neustädter „aus“ gaben – einmal einigte man sich auf „2 neue“, das andere Mal wurde nach dem Seitenwechsel von den Ravensbergern die vermeintliche Fehlentscheidung demonstrativ eingekreist. Nicht, dass dies für den weiteren Spielverlauf von Bedeutung gewesen wäre, wie die Ravensberger im Nachhinein versicherten, aber trotzdem … „Trotz dem nahen Verlust des 2. Satzes“, dachte sich jeder der beiden Neustädter und … plötzlich tanzte auch B. A. am Netz und fing wiederholt die langsamen Slicebälle von Köpke ab, Hannibal besann sich auf seine preußischen Generaltugenden, Spiel um Spiel wurde gewonnen … schließlich auch der Satz: 6:3/6:4; 3:2 geht Neustadt in Führung!

 

Kästner, Hause ./. Huth, Petermann 5:7/5:7

Kann man nach 5:1 und 40:15 noch 5:7 verlieren? Kann man, muss man aber nicht! Dies galt auch für die beiden Neustädter, die emotional noch nicht als Doppel vollumfänglich zusammengewachsen schienen. Ein paar unforced errors und das Eingehen unnötiger Risiken genügten, um den roten Faden und dann noch den ersten Satz zu verlieren. Das Spiel wogte hin und her, blieb eng mit dem letztlich besseren Ende für die Ravensberger: 5:7/5:7 mithin der Endstand. Ein Ergebnis, mit dem das Ravensberger Doppel eigentlich hätte zufrieden sein müssen, kein Grund also, immer noch damit zu hadern, dass Face Kolja Petermann beim Einspielen vorschlug, doch noch ein bisschen Seil springen zu gehen, wenn er nicht zuspielen könne, aber – richtig – his highness … .

 

Ein 3:3 also am Ende. Angesichts des gesamten Matchverlaufes ein Ergebnis, das vielleicht sogar als glücklich aus der Sicht der Ravensberger bezeichnet werden kann. Dieses Gefühl wurde von den Gästen aber keineswegs geteilt … So nahm der Ravensberger Mannschaftskapitän B. A. zur Seite und … „ich sage es nur (noch) einmal, weil … (his highness …), werden wir nicht zum Essen bleiben, das wirst Du wohl verstehen?!“ „Nein“, sagte B. A., „dafür habe ich kein Verständnis! Und, das sage ich auch nur einmal, dieses ist für mich aus sportlicher Seite völlig unakzeptabel! (Aber wenn man denn von einem Gegner mit gebrochenem Zeh an die Wand gespielt wird … dann …) Sprachs und ging zu seinen Jungs, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen und sich schon für die nächste Woche auf das Punktspiel gegen Aumühle einzustimmen.

 

*Petermännchen-Schwerin

TC Großensee - TC Neustadt 3:3                            17.05.2014

An der Spielvorbereitung hatte es aus der Sicht von B. A. jedenfalls nicht gelegen … Das neue A-Team-Fun-Car stand rechtzeitig zum ersten Auswärtsspiel geputzt und aufgetankt bereit … das Einspielen auf der Anlage des TC Grün-Weiß Eutin mit Face Alex wurde auch nicht dadurch getrübt, dass die Testosteronbombe dazu seine Schläger und seine Schuheinlagen vergessen hatte, um dann auch noch sein Handy auf dem Netzpfosten liegen zu lassen und das A-Team eine halbe Stunde später als geplant von Eutin aus startete … Die Anfahrt verlief ruhig und den Umständen nach zügig, die Sonne schien und alle waren gut gelaunt … Und doch zeigte sich erneut, dass die Leistungsspitze des A-Teams „auch an schlechten Tagen“ in dieser Klasse – zumindest bis dato - konkurrenzlos erscheint, während die untere Hälfte nach wie vor ihre „Platzreife“ in der Verbandsliga noch nicht erreicht hat.

 

Tabelle und Spielprotokolle

Kästner ./. Jonischkies 6:3/3:6/10:7

Bei strahlend blauem Himmel blendete das Weiß von Face Alex Tenniskluft regelrecht und so spielte er auch. Serve-and-Volley mit einem Mix aus „Kanonen-„ und Kickaufschlägen, die Rückhand vornehmlich gesliced und die Vorhand halbhoch mit viel Spin, so hielt er seinen Gegner souverän an der Grundlinie in Schach, obwohl dieser sich als geschickter Konterspieler mit sehr starken Returns entpuppte. Doch entweder überpowerte Alex den Großenseer mit seinen harten Schlägen oder provozierte mit geschickt eingestreuten Tempowechseln immer wieder Fehler, die schließlich zum Gewinn des ersten Satz führten: 6:3. So konnte B. A. entspannt von der Spielerbank aus in die Sonne blinzeln und beim Seitenwechsel seinem Mitspieler zärtlich auf die muskulösen Hinterbacken klopfen. Das änderte sich jedoch, nachdem B. A. seinen Platz auf der Bank am Anfang des 2. Satzes räumte, um mit seinem Spiel zu beginnen. Eine geringfügig schlechtere Aufschlagquote, etwas weniger Dominanz in den Volleys, und schon kippte das Spiel zugunsten des Großenseers, dem gerade in den entscheidenden Phasen immer wieder gute Passierschläge gelangen. Damit ging der 2. Satz mit 6:3 an Großensee, der Matchtiebreak musste entscheiden. Hier konnte das Kraftpaket Alex wieder seine körperliche Dominanz ausspielen. Punkt für Punkt erkämpfend setzte sich der Neustädter schließlich mit 10:7 durch: Neustadt führte mit 1:0!

 

Westen ./. Egner 2:6/1:6

Ganz anders die Situation auf dem Nebenplatz, wo sich der weiß Gott nicht schmächtig gebaute Face Jens mit einem der langen Kerls messen musste, die ihrem Ortsnamen alle Ehre machten. Und es ging auch zunächst gut los. Das übrige A-Team war noch sonnend auf dem Rasen des Begrenzungswalls mit Kaffee und Kuchen beschäftigt, als Jens sich mit einem Break die Führung zum 2:0 herausspielte. Neben den bekannt harten und hoch abspringenden Twistaufschlägen war es immer wieder seine mit schnellem Schlagarm gezogene Vorhandcross, die den Punkt gegen den Großenseer brachte. Trotz der geringen Spielpraxis erschien die Psyche gefestigt, das Schlagrepertoire stabil, der Gegner im Griff. Aber es mag vielleicht nur eine bloße Korrelation gewesen sein. Jedenfalls kippte das Spiel urplötzlich, als sich Hannibal Markus zur Unterstützung auf die Spielerbank begab. Die Fehlerquote stieg, Jens begann sich plötzlich aufzuregen und machte so den Gegner stark. Dieser konnte seinen Schlägen nun mehr Länge und Sicherheit geben, die „big points“ mit Glück und Geschick für sich verbuchen. Und auch wenn sich der Quotenpromi des A-Teams (https://www.youtube.com/watch?v=xVHkxyiLqHU) nie aufgab und alles versuchte, das Spiel noch einmal zu drehen, ließ sich der Großenseer nicht beirren und das Match aus der Hand nehmen. Jens konnte nur noch einen Spielgewinn im 2. Satz verbuchen: 2:6/1:6!

 

Landmann ./. Jonischkies 3:6/5:7

Und so stand es 1:1 nach Matchpunkten, als der Kleinste – Kürzeste - gegen den Längsten antrat. B. A. hatte noch am Mittwoch mit Stefan an der Ballsicherheit gefeilt. Und das zahlte sich zunächst auch aus. Rückhandslice, um den Ball flach im Spiel zu halten, die Vorhand vornehmlich longline auf die Rückhand des Gegners. Die 3:1 Führung war die logische Konsequenz. Doch der weitere Spielverlauf machte es deutlich. B. A. hatte es mit der „Lightversion“ eines Miroslav Mecir mit der Spielweise eines „moonballers“ zu tun. In einschlägigen Tenniskreisen (improve-your-tennis.com) heißt es dazu:

 

„ … So in summary, the strategies that you can use to beat the tennis moonballer are:

 

1. Attack the net but be sure to get ready to hit more overheads or running back to your baseline.

 

2. Try to sneak in to volley if you managed to hit some high deep shots against her.

 

3. Hit on the rise to cut away her time.

 

4. Pull the moonballer to the net by hitting a low short ball or a drop shot.

 

As you can see, playing this kind of tennis player takes a lot of initiative … Stay focus and be patient.“

 

Mit zunehmender Spieldauer blieb B. A. jedoch mangels ausreichender Physis mal wieder nur „stay“ und „patient“. Jeder Ball musste über Schulterhöhe in schier endlosen Ballwechseln zurückgespielt werden, zu ähnlich waren die Spielanlagen der beiden Kontrahenten. Und so stand irgendwann B. A. japsend nach Luft ringend am Fangzaun und im Spiel es 3:6 und 1:5 … . B. A. und sein Spiel waren praktisch klinisch tot, doch dann kam vom Nebenplatz Hannibals Anweisung: „Spar Dir die Luft fürs Doppel!“ Aufgeben? B. A. war in seiner Ehre gekränkt und … siehe Punkte 1-4! Doch die Situation kennt ja jeder Spieler. Man kämpft sich auf ein 5:5 heran, müsste nur so weiter spielen … und verliert 5:7. Es stand 1:2 zwischen den beiden Mannschaften.

 

Janner ./. Schokrowski 6:4/6:3

Hannibal hatte dem Drama selbst auf dem Nebenplatz spielend beigewohnt. Ruhig, abgeklärt, um seine Stärken wissend. Die Vorhand kommt nicht? Dann eben ein paar Stopps mehr, die Rückhand ist eh eine Institution. Und diese mentale Stärke macht Hannibal zu der Festung, die für den Gegner unbezwingbar war und ist. Sein Kontrahent war schnell, leichtfüßig, mit sicheren und harten Grundschlägen versehen. Es fehlte ihm aber in den entscheidenden Momenten genau das, was Hannibal die wichtigen Punkte einbrachte, das Quäntchen mehr an Antizipation und Spielwitz, das schließlich zu dem letzten tödlichen Ball führt. Der Spielverlauf war zwar eng, jedoch ließ Hannibal zu keinem Zeitpunkt auch nur den Hauch eines Zweifels daran aufkommen, wer Herr des Geschehens auf dem Court war und blieb. Diese dominante Haltung verfehlte nicht ihre Wirkung. Der ansonsten eher introvertierte Großenseer entwickelte sich zum Schlägerweitwurf-Spezialisten, flankiert mit einem gekonnten Mix aus Schimpfkanonaden und Klageliedern. Außer den Unmut des Mitspielers, der ihm die Schläger leihweise zur Verfügung gestellt hatte, erwirkte dieses Verhalten natürlich nur die weitere Stärkung des Neustädters. Und so endete auch dieses Spiel erwartungsgemäß mit dem Sieg von Hannibal: 6:4/6:3! Wieder einmal also 2:2 nach den Einzeln.

 

Janner, Westen ./. Schrokowski, Egner 6:4/6:0

Hannibal Markus verfolgte auch bei der Doppelaufstellung das ursprünglich erklärte Ziel: 4:2-Sieg! Es galt also die richtige personelle Mischung zu finden und die mögliche Aufstellung der Gegner vorauszuahnen. Und es hätte auch beinahe geklappt. Hannibal trat mit Face Jens im 1. Doppel an. Mit ihnen kumulierten alle notwendigen Tugenden eines guten Doppels: harte, plazierte Aufschläge, eine robuste Präsens am Netz und sichere Returns. Man spürte regelrecht, wie unter diesem permanenten Druck der Widerstand und der Glaube an einen möglichen eigenen Sieg bei dem Großenseer Doppel ins Wanken geriet und mit dem Verlust des ersten Satzes zerbrach. Danach gelang den Großenseern kein einziger Spielgewinn mehr. So ging der verdiente Sieg an das Neustädter Doppel, das damit den wichtigen 3. Matchpunkt zum Minimalziel „Unentschieden“ einfuhr: 6:4/6:0! Die beiden Neustädter hatten damit noch genügend Zeit, dem Match des 2. Doppels beizuwohnen, das unter den kritischen Blicken von Face Stefan verzweifelt um die eigene Linie, die richtige Taktik und letztlich den Sieg rang.

 

Kästner, Landmann ./. Jonischkies 6:7/3:6

Man kannte sich aus den Einzeln, die jeweilige Spielweise vorauszusehen. Aber dies galt natürlich für beide Seiten. Und so gestaltete sich ein ausgeglichener Matchverlauf, der hin und her wogte, hin und her und hin und her, 2,5 h lang! Die Gegner schubsten die Bälle über das Netz, um dann immer wieder urplötzlich einen Schuss, insbesondere gegen den Netzspieler zu setzen, oder einen Lob … und B. A. schubste zurück, um dann immer wieder urplötzlich ein Schüsschen, insbesondere gegen den Netzspieler zu setzen, oder ein Löbchen … Alex tigerte am Netz hin und her und versuchte, dem Spiel noch einen Anflug von Dynamik zu geben … Aber einer gegen alle? Die Chancen waren da, wurden jedoch in der Konsequenz nicht genutzt. Es waren letztlich ein paar vermeidbare Fehler zu viel, die über das Spiel entschieden und im Ergebnis weit aus mehr schmerzten als die müden Muskeln: 6:7/3:6 - 3:3!

 

Richtigen Männern bleibt dann immer noch der Alkohol und Fußball vor der Glotze. Beides gab es anlässlich des DFB-Pokalfinales im Clubhaus des TC Großensee reichlich, wenn auch aufgrund der langen Spieldauer nur ab der Schlussphase der 2. Halbzeit. So konnte Hummels Tor nur in der wiederholenden Zusammenfassung genossen werden. Aber die herzliche Aufnahme der sympathischen Gastmannschaft und das lukullische Essen vom Grill entschädigten für – fast – alles. Damit ging ein langer Spieltag doch noch harmonisch mit einem Unentschieden für beide Mannschaften und einem 2:0 für Bayern München (statt 4:2 für Neustadt und 1:0 für Dortmund ;-) ) kurz vor Mitternacht zu Ende! Und in 2 Wochen wird wieder angegriffen … und was die Bilanz von B. A. anbelangt: Der HSV hat es schließlich auch geschafft! Hannibal hat dafür bestimmt wieder einen Plan!

Autor : Matthias Landmann

 

TC Neustadt - TC Ellerau 3:3

Mit viel Respekt empfing das A-Team seine Gegner aus dem Hamburger Umfeld, spielte diese Mannschaft doch in den letzten Jahren in der Landesliga regelmäßig um den Aufstieg zur Nordliga. Überhaupt galt es als Aufsteiger, die erste Bewährungsprobe in der neuen Liga zu absolvieren. Und so zeigte sich bereits beim Einspielen, dass nun an jeder Position Gegner warteten, die schlagtechnisch keine Schwäche mehr aufweisen und schlussendlich Athletik und Spielwitz den Ausschlag geben. Das Endergebnis spiegelte die Ausgeglichenheit der beiden Mannschaften wieder und fand in der Folge auch seinen Niederschlag beim anschließenden gemütlichen Zusammensein im Clubhaus bei prasselndem Regen, Spargel auf Reis mit Hühnerbrust sowie Dank Sky to go Bundesliga-Zusammenfassung in HD.

Lehmann ./. Kühl 0:6/1:6

Und so spielte Murdoch über beide Sätze durchaus gefällig, regelmäßig auch über Einstand, doch die entscheidenden Punkte gingen stets an seinen Gegner, der in diesen Momenten seine Schläge besser platzierte und mehr Dynamik gab. Mehr als ein Ehrenpunkt war so für Murdoch nicht drin. 0:1 lagen Neustadt und der HSV zurück!

 

Hause ./. Nerlich 3:6/6:2/10:7

Face Kolja hatte es derweil auf Platz 1 mit einer – gefühlten – 2m langen Ballkanone zu tun, deren Tugend vor allem in dem außergewöhnlich schnellen Schlagarm lag. Vorhand und Aufschlag mit wenig Spin und maximaler Beschleunigung, die Rückhand ebenfalls als harter Drive gespielt. Im ersten Satz versuchte Kolja in bewährter Manier, durch variables Spiel und Tempowechsel die Oberhand zu gewinnen, doch es fehlte ihm heute – vielleicht auch durch die feuchte kühle Luft bedingt – an dem nötigen Spin in den Schlägen, um den Bällen eine höhere Flugbahn zu geben. So konnte der Ellerauer die Mehrzahl seiner Schläge in der für ihn optimalen Hüfthöhe absolvieren und so die oftmals langen Rallys mit unerreichbaren Shots abschließen. Face Kolja wurde regelrecht überpowert. Und so ging der erste Satz folgerichtig verloren: 3:6! Doch Face Kolja wäre nicht im A-Team, wenn er nicht in der Lage gewesen wäre, sein Spiel umzustellen und auch während eines Matches den Gegebenheiten anzupassen. Klappt der hohe Topspin nicht, dann eben hart aus der Hüfte. Zur Überraschung seines Gegners nahm Face Kolja im 2.Satz dessen Powertennis an und schoss zurück, vornehmlich longline, und erhöhte zudem die Trefferquote beim 1. Aufschlag. Prompt machte sich der geringe Spin in den Schlägen des Ellerauers bemerkbar und ihm zum Verhängnis. Die Fehlerquote stieg, das Match kippte und der 2. Satz ging an den Neustädter: 6:2! Ein Match-Tiebreak ist reine Nervensache, Glück und Geschick sind oft gleichermaßen von Bedeutung. Beides befand sich fest in Neustädter Hand: 10:7 für Face Kolja; 1:1 für Neustadt und den HSV!

 

Landmann ./. Exler 6:3/2:6/6:10

Bei B. A. lief es dagegen leider genau umgekehrt. Zunächst ging alles nach Plan. Tempotennis war nach den Eindrücken des Einspielens nicht drin (schnell hin, schneller zurück, gerade noch herankommen, (viel) zu schnell zurück …), also seniorengerechtes weiches Spiel im Verhältnis 80:20 auf die Rückhand und auf die Fehler des Gegners warten. Und der – völlig entnervt von dem ungewohnten Zeitlupentennis – tat B.A. diesen Gefallen. Nach dem 4:3 ein Break, das B. A. nicht mehr abgab! 6:3 für Neustadt! Dann suchte der Ellerauer aber die Flucht nach vorn. Warum nicht das Spieltempo erhöhen, wenn die Fehlerquote auch bei langsamem Spiel zu hoch war. Und so wieder im gewohnten Fahrwasser des Powertennis angekommen, gewann der Ellerauer die psychologisch wichtigen ersten Spiele am Anfang des 2.Satzes zum 3:0. Die Ballwechsel wurden kürzer und schneller, B.A`s Spielkonzept bröckelte und wurde mit 2:6 im 2. Satz überrannt. Also musste auch hier der Match-Tiebreak entscheiden. Eine kurzzeitige Führung ließ B.A. noch einmal hoffen. Doch zwei Aufschlagwinner und zwei Linienbälle brachten den Ellerauer endgültig auf die Siegerstraße und schließlich zum 6:10. 2:1 für Ellerau und für Mainz!

 

Janner ./. Meinke 6:2/7:5

Dann aber kam der überragende Auftritt von Hannibal Markus, der ihn wohl auch in der Verbandsliga zu einem der besten Spieler küren dürfte. Sein Gegner war ein aggressiver Spielertyp: Serve-and-Volley wechselte mit Rückhand-Longline-Schüssen und stark aus dem Handgelenk beschleunigten Vorhand-Cross-Schlägen ab. Um so beeindruckender, wie es Hannibal Markus in der Folge gelang, den Spielfluss seines Gegners mit regelmäßig eingestreuten Stoppbällen und seiner typischen Rückhand-Slice zu stören, um seinerseits mit der Vorhand zum Schuss zu kommen. Vor allem die präzisen Passierschläge aber waren es, die die entscheidenden Punkte gegen den ans Netz vorpreschenden Gegner einbrachten. Das 6:2 war deshalb mehr als verdient für den Neustädter. Gute Spieler macht es aus, dass sie gerade unter Druck, in der Krise, ihr bestes Tennis spielen. Und der Ellerauer war fürwahr ein Klasse-Spieler. Er nutzte den auflebenden Wind, um Hannibal Markus mit hohen Vorhandbällen aus dem Feld, weit hinter die Grundlinie, zu treiben, und so noch effektiver seine Netzattacken einzuleiten oder durch kurze Crossbälle direkte Punkte einzufahren. Es entwickelte sich so ein ausgeglichenes spannendes Spiel auf höchstem Niveau, das beiden Spielern physisch wie psychisch alles abverlangte, zum großen Vergnügen der zahlreichen Zuschauer. So war es dann auch letztlich erst das Break zum 6:5 für Hannibal Markus, das den entscheidenden Ausschlag gab. Bei eigenem Aufschlag und zwei tödlichen Lobs nach zwei herrlichen Stopps riss das gesamte A-Team die Arme hoch: 2:2 nach den Einzeln und 3:1 für Mainz!

 

Landmann, Lemke ./. Exler, Kühl 4:6/3:6

Hannibal Markus gab die Losung aus: Ein Unentschieden Pflicht, ein 4:2 die Kür! Dementsprechend rekrutierten sich die Doppel des A-Teams in der Reihenfolge von 1-4, und, da die Gegner offensichtlich gleiches im Sinn hatten, die Ellerauer spiegelbildlich. Das Clubmeister-Doppel der vergangenen Saison ist in den letzten Jahren, möglicherweise auch durch B.A.`s Einnahme von Beta-Blockern begünstigt, mental stärker geworden. Es spielt ruhiger, abgeklärter, unmotivierte Hektik – vor allem am Netz – wird so vermieden. So gelang es B.A. und Face Stefan, zweimal im ersten Satz mit einem Break in Führung zu gehen, um diese jedoch prompt mit einem Rebreak im nächsten Spiel sofort wieder abzugeben. Wieder einmal kumulierten bei den Neustädtern Licht und Schatten, so dass ein weiterer unglücklicher Spielverlust Face Stefan und B. A. den Verlust des ersten Satzes bescherte: 4:6! Der Himmel reagierte prompt und ließ es immer heftiger regnen. Face Stefan und B.A. erholten sich nicht mehr von dem Eindruck ihrer vergebenden Chancen, die Gegner hatten den schweren nassen Bällen mehr zuzusetzen, so dass auch der 2. Satz mit 2:6 an die Ellerauer ging; 3:2 für Ellerau.

 

Janner, Hause ./. Meinke, Nerlich 6:3/6:4

So lag die ganze Verantwortung auf dem 1. Doppel der Neustädter. Dieses hatte zwischenzeitlich eine Regenpause einlegen müssen, um dann auf Platz 3 weiter zu spielen. Und Déjà-vu für B.A.: Wieder spielte Face Kolja – Gott sei Dank – spiegelbildlich zu ihm. Der erste Satz – ohne Regen – verlief für Hannibal Markus und Face Kolja nach bewährtem Muster. Markus rochierte am Netz hin und her, während Kolja von der Grundlinie aus allen Rohren feuerte. Dem hatten die sehr engagiert auftretenden Gegner nichts entgegen zu setzen. Dies änderte sich jedoch beim Einsetzen des Regens und nach der eingelegten Zwangspause. Die Ellerauer kamen mit den veränderten Platzverhältnissen und den immer schwerer werdenden Bällen besser zurecht, führten so plötzlich 4:1. Die Neustädter kamen zwar auf ein 4:4 wieder heran, lagen aber 0:30 zurück, als Nerlich sich in seiner eigenen Trainingshose verfing, stürzte und den Punkt verloren geben musste. Die Ellerauer verloren daraufhin den Faden und schließlich den Satz: 6:4 und damit 3:3; 3:2 für Mainz!

Autor : Matthias Landmann

Musik: The Common Linnets - Calm After The Storm (The Netherlands) LIVE Eurovision Song Contest 2014.